Ernährungsberater-Liste
Aufgeschlagenes Nachschlagewerk mit Lesebrille und Textmarker auf einem Holztisch, Sinnbild für das Glossar der Fachbegriffe zur Ernährungsberatung

Glossar der Ernährungsberatung

Das Glossar erklärt in einfachen Worten die Fachbegriffe, die Ihnen bei der Ernährungsberatung, im Antrag Ihrer Krankenkasse oder in der Steuererklärung begegnen. Jede Erklärung beginnt mit einem Satz, den Sie ohne Vorwissen verstehen, und nennt danach ihre Quelle.

49 Begriffe

Ernährungsberater

Ernährungsberater und Ernährungsberaterin sind in Deutschland keine gesetzlich geschützten Berufsbezeichnungen. Laut BERUFENET der Bundesagentur für Arbeit handelt es sich um einen reinen Weiterbildungsberuf ohne bundeseinheitliche Ausbildungsdauer. Zur Tätigkeit gehören Einzel- und Gruppenberatung, die Analyse des Essverhaltens, die Erstellung von Ernährungsplänen und die Vermittlung ernährungswissenschaftlicher Kenntnisse.

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Ernährungsberatung

Ernährungsberatung richtet sich laut dem Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen vor allem an gesunde Menschen und dient der Vorbeugung, etwa bei Fragen zur ausgewogenen Ernährung in Schwangerschaft oder Alter. In der Praxis lassen sich Beratung und die auf Erkrankte ausgerichtete Ernährungstherapie methodisch nicht immer klar trennen.

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Diätassistent

Diätassistentin und Diätassistent sind staatlich geregelte, geschützte Berufsbezeichnungen. Wer sie führen will, braucht eine behördliche Erlaubnis nach dem Diätassistentengesetz. Die dreijährige Ausbildung an Berufsfachschulen endet mit staatlicher Prüfung und umfasst laut Bundesagentur für Arbeit die Erstellung von Ernährungsplänen im Rahmen ärztlicher Verordnung sowie die Beurteilung des Ernährungszustands.

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Diätassistentengesetz

Das Diätassistentengesetz vom 8. März 1994 regelt den Beruf der Diätassistentin und des Diätassistenten in Deutschland. Es legt die Erlaubnispflicht für die Berufsbezeichnung fest und ermächtigt zu einer eigenen Ausbildungs- und Prüfungsverordnung. Zuletzt geändert wurde es durch Artikel 6 eines Gesetzes vom 24. Februar 2021.

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Oecotrophologie

Oecotrophologie ist ein interdisziplinäres Studienfach, das laut dem Berufsverband Oecotrophologie Natur- und Sozialwissenschaften verbindet. Der Name setzt sich aus den griechischen Wörtern für Haus und für Ernährung zusammen. Anders als die stärker naturwissenschaftliche Ernährungswissenschaft bezieht das Fach zusätzlich wirtschaftliche und haushaltswissenschaftliche Aspekte der Ernährung ein.

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Ernährungswissenschaftler

Ernährungswissenschaftlerinnen und Ernährungswissenschaftler befassen sich laut der Bundesagentur für Arbeit mit den physiologischen, ökonomischen und technologischen Grundlagen vollwertiger Ernährung. Üblich ist ein Bachelor of Science nach sechs Semestern, darauf aufbauend ein Master of Science. Tätigkeitsfelder reichen von der Lebensmittelindustrie über Kliniken bis zur Verbraucherberatung.

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Ernährungstherapie

Ernährungstherapie richtet sich an bereits erkrankte Menschen und soll laut dem Verband der Diätassistenten die ärztliche Behandlung ernährungsbedingter Krankheiten wie Diabetes oder Adipositas ergänzen. Direkt verordnungsfähig ist sie nur bei seltenen angeborenen Stoffwechselerkrankungen und Mukoviszidose. In allen anderen Fällen ist sie eine ärztlich empfohlene Kann-Leistung: Ein Rechtsanspruch besteht nicht, die Krankenkasse entscheidet freiwillig, ob sie zahlt.

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Ernährungsmedizin

Ernährungsmedizin ist seit einem Beschluss des Deutschen Ärztetages vom 15. November 2018 eine Zusatz-Weiterbildung für Ärzte. Voraussetzung ist eine bereits abgeschlossene Facharztweiterbildung mit Patientenbezug. Die Weiterbildung umfasst 100 Stunden Kurs-Weiterbildung nach dem Kursbuch der Bundesärztekammer, ergänzt um Fallseminare oder praktische Tätigkeit an einer anerkannten Einrichtung.

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Ernährungscoach

Ernährungscoach ist keine gesetzlich geschützte Bezeichnung. Wer sich so nennt, hat meist einen privaten Zertifikatslehrgang besucht, deren Dauer, Qualität und Anerkennung stark zwischen den Anbietern schwanken. Eine amtliche Ausbildungsordnung oder staatliche Prüfung gibt es für diese Bezeichnung nicht, anders als beim Diätassistenten.

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DGE (Deutsche Gesellschaft für Ernährung)

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. wurde am 4. November 1953 in Bad Neuenahr gegründet und versteht sich als unabhängige wissenschaftliche Fachgesellschaft. Ihr Sitz ist seit Dezember 2021 Bonn. Die DGE vergibt das Zertifikat Ernährungsberater*in/DGE und ist eine der tragenden Organisationen der DGE-Zulassungskriterien für die Ernährungsberatung.

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DGE-Zulassungskriterien für die Ernährungsberatung

Die DGE-Zulassungskriterien legen fest, welche Studieninhalte Absolventinnen und Absolventen für ein Zertifikat zur vorbeugenden (primärpräventiven) Ernährungsberatung nachweisen müssen. Erarbeitet haben sie seit 2011 drei Fachverbände gemeinsam, darunter die DGE (Deutsche Gesellschaft für Ernährung), der VDOE (BerufsVerband Oecotrophologie) und der VFED (Verband für Ernährung und Diätetik). Im Februar 2025 wurden sie als DGE-Zulassungsempfehlungen 2025 überarbeitet, und ab dem 1. Januar 2030 gelten nach einer fünfjährigen Übergangsfrist höhere Mindestanforderungen an die Studienleistung.

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VFED (Verband für Ernährung und Diätetik)

Der Verband für Ernährung und Diätetik e.V. wurde im Februar 1992 von Diätassistentinnen, Oecotrophologen und Ärzten gegründet, zunächst unter anderem Namen, seit 2000 als VFED. Er gilt als größte nicht-staatlich geförderte Fachgesellschaft für Ernährung und Diätetik in Deutschland und betreibt eine öffentliche Fachkräfte-Suche nach Postleitzahl.

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QUETHEB

QUETHEB, ausgeschrieben Deutsche Gesellschaft der qualifizierten Ernährungstherapeuten und Ernährungsberater e.V., ist beim Amtsgericht Ulm registriert und hat ihren Sitz in Gerstetten-Gussenstadt. Der Verein führt die Registrierung zur qualifizierten Ausübung von Ernährungsberatung und Ernährungstherapie und trägt gemeinsam mit dem VDOE (BerufsVerband Oecotrophologie), dem VDD (Verband der Diätassistenten) und der UGB das Zertifikat E-Zert Ernährungstherapie.

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VDOE (BerufsVerband Oecotrophologie)

Der VDOE, BerufsVerband Oecotrophologie e.V., wurde 1973 als Verband der Diplom-Oecotrophologen gegründet und ist die berufspolitische Vertretung für Personen mit einem Studium der Oecotrophologie, Ernährungs-, Haushalts- oder Lebensmittelwissenschaften. Er zählt rund 4.000 Einzelmitglieder und etwa 80 korporative Mitglieder aus Unternehmen, Verbänden und Hochschulen.

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VDD (Verband der Diätassistenten)

Der Verband der Diätassistenten - Deutscher Bundesverband e.V. vertritt seit über 65 Jahren die berufspolitischen Interessen der Diätassistentinnen und Diätassistenten in Deutschland und ist der einzige bundesweite Berufsverband dieser Berufsgruppe. Mit über 4.000 Mitgliedern erreicht er etwa ein Drittel der berufstätigen Diätassistenten. Sitz ist Essen.

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Zentrale Prüfstelle Prävention (ZPP)

Die Zentrale Prüfstelle Prävention prüft und zertifiziert im Auftrag aller gesetzlichen Krankenkassen kostenfrei Präventionskurse sowie die Qualifikation von Kursleitungen nach § 20 Abs. 4 Nr. 1 SGB V. Das Verfahren läuft seit 2014 bundesweit einheitlich online. Zertifikate gelten in der Regel drei Jahre, Online-Kurse zunächst ein Jahr.

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§ 20 SGB V

§ 20 SGB V ist der Gesetzesparagraf zur primären Prävention: Er erlaubt den gesetzlichen Krankenkassen, Vorbeugung zu fördern, bevor eine Krankheit überhaupt entsteht, zum Beispiel durch zertifizierte Gruppenkurse zur Ernährung. Die Kasse erstattet einen Anteil der Kursgebühr bis zu einem Höchstbetrag je Kurs. Einen gesetzlich fixierten Prozentsatz oder Höchstbetrag für die einzelne versicherte Person nennt der Paragraf nicht.

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§ 43 SGB V

§ 43 SGB V ist der Gesetzesparagraf, nach dem eine Ärztin oder ein Arzt eine individuelle Ernährungsberatung verordnen kann und die gesetzliche Krankenkasse einen Teil der Kosten übernehmen kann. Der Gesetzestext selbst nennt das ergänzende Leistungen zur Rehabilitation. Die Beratung ist eine sogenannte Kann-Leistung: Ein Rechtsanspruch darauf besteht nicht, jede Krankenkasse entscheidet für sich, ob und in welcher Höhe sie zahlt. Einen bundesweit einheitlichen Prozentsatz legt der Gesetzestext nicht fest.

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Präventionskurs

Ein Präventionskurs ist ein von den gesetzlichen Krankenkassen gefördertes Gruppenangebot der verhaltensbezogenen Primärprävention nach § 20 SGB V. Er soll einzelne Versicherte zu einer gesünderen Lebensführung motivieren, etwa durch mehr Bewegung oder ausgewogenere Ernährung. Bezuschusst wird ein Kurs erst, nachdem die Zentrale Prüfstelle Prävention ihn zertifiziert hat.

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Leitfaden Prävention des GKV-Spitzenverbands

Der Leitfaden Prävention des GKV-Spitzenverbands legt die Kriterien fest, nach denen die Zentrale Prüfstelle Prävention Kurse und Kursleitungen für die Bezuschussung nach § 20 SGB V zertifiziert. Er unterscheidet die vier Handlungsfelder Bewegungsgewohnheiten, Ernährung, Stress- und Ressourcenmanagement sowie Suchtmittelkonsum und beschreibt für jedes Feld die fachlichen Mindeststandards für Kursangebote.

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HWG (Heilmittelwerbegesetz)

Das Heilmittelwerbegesetz, amtlich Gesetz über die Werbung auf dem Gebiete des Heilwesens, regelt die Werbung für Arzneimittel, Medizinprodukte und für andere Mittel, Verfahren und Behandlungen, soweit die Werbeaussage sich auf die Erkennung, Beseitigung oder Linderung von Krankheiten bezieht. Für Ernährungsberatung greift es nur bei einem konkreten Krankheitsbezug in der Werbung.

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§ 11 HWG

§ 11 des Heilmittelwerbegesetzes (HWG) verbietet für krankheitsbezogene Werbung unter anderem irreführende Krankengeschichten, missbräuchliche bildliche Darstellungen von Krankheitsveränderungen, Angst erregende Aussagen und fremde Dank- oder Empfehlungsschreiben. Ein allgemeines Vorher-Nachher-Bilder-Verbot enthält der aktuelle Wortlaut nicht mehr als eigene Nummer, es gilt ausdrücklich nur noch für medizinisch nicht notwendige plastische Operationen.

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Ärztliche Notwendigkeitsbescheinigung

Eine ärztliche Notwendigkeitsbescheinigung ist die formlose schriftliche Bestätigung einer Arztpraxis, dass eine individuelle Ernährungsberatung nach § 43 SGB V medizinisch notwendig ist. Ein amtliches Vordruck-Muster mit fester Nummer existiert dafür nicht: die Nummernreihe 2.40 bis 2.49 der bundesweiten Vordruckvereinbarung für Arztpraxen ist unbesetzt, ein Muster 43 gibt es also nicht.

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BMI (Body-Mass-Index)

Der Body-Mass-Index ist der Quotient aus Körpergewicht in Kilogramm und Körpergröße in Metern zum Quadrat. Für Erwachsene gilt die von der WHO festgelegte und von der DGE (Deutsche Gesellschaft für Ernährung) übernommene Einteilung: Untergewicht beginnt unter einem Wert von 18,5, Normalgewicht reicht von 18,5 bis 24,9, Übergewicht beginnt ab 25 und Adipositas ab einem BMI von 30.

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BIA-Messung (Bioelektrische Impedanzanalyse)

Die Bioelektrische Impedanzanalyse ist ein nicht-invasives Verfahren, das die Körperzusammensetzung genauer bestimmt als die reine Gewichtsmessung, insbesondere Fettmasse, Muskelmasse und Körperwasser. Über Elektroden an Hand und Fuß fließt im Liegen ein schwacher, nicht spürbarer Wechselstrom durch den Körper, aus dessen elektrischem Widerstand sich die Gewebeanteile berechnen lassen.

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Ernährungsprotokoll

Ein Ernährungsprotokoll, auch Ernährungstagebuch genannt, ist ein strukturiertes Erfassungsinstrument zur Dokumentation des eigenen Ess- und Bewegungsverhaltens. Es dient in der Beratung als Grundlage für Gespräche, zur Selbstreflexion und zur Erstellung individuell angepasster Ernährungspläne. Empfohlen wird meist ein Zeitraum von mindestens sieben Tagen, da ein einzelner Tag kaum aussagekräftig ist.

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D-A-CH-Referenzwerte

Die D-A-CH-Referenzwerte legen die empfohlene tägliche Zufuhr von Energie, Nährstoffen, Ballaststoffen und Wasser für gesunde Personen fest. Historisch wurden sie gemeinsam von der DGE (Deutsche Gesellschaft für Ernährung) sowie der österreichischen und der schweizerischen Fachgesellschaft herausgegeben, seit 2022 trägt nur noch die österreichische Gesellschaft die Werte mit der DGE. Sie dienen als fachliche Grundlage für die Ernährungsberatung.

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DGE-Ernährungskreis

Der Ernährungskreis der DGE (Deutsche Gesellschaft für Ernährung), auch DGE-Ernährungskreis genannt, ist ein bildhaftes Orientierungsmodell, das über die Größe seiner sieben Segmente den Anteil verschiedener Lebensmittelgruppen an einer gesunden, ökologisch nachhaltigeren Ernährung zeigt. Ziel ist ein Muster aus mehr als drei Vierteln pflanzlichen und knapp einem Viertel tierischen Lebensmitteln. Seit März 2024 ergänzen neue DGE-Empfehlungen das Modell.

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Metabolisches Syndrom

Das metabolische Syndrom bezeichnet das gemeinsame Auftreten mehrerer Stoffwechsel- und Kreislauf-Risikofaktoren, das das Risiko für Typ-2-Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöht. Die Diagnose gilt laut Bundesministerium für Gesundheit als gestellt, wenn mindestens drei von fünf Faktoren zutreffen: Taillenumfang, Blutdruck, Nüchtern-Blutzucker und Triglyzeride liegen zu hoch, das HDL-Cholesterin liegt zu niedrig.

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Adipositas

Adipositas ist bei Erwachsenen definiert als Body-Mass-Index ab 30 kg/m². Laut einer Auswertung des Robert Koch-Instituts stieg der Anteil adipöser Erwachsener in Deutschland zwischen 2003 und 2023 von 12,2 auf 19,7 Prozent, bei jungen Erwachsenen zwischen 18 und 29 Jahren von 3,4 auf 11,3 Prozent. Rund 13 Millionen Erwachsene sind betroffen.

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Nahrungsmittelunverträglichkeit

Eine Nahrungsmittelunverträglichkeit ist laut Bundesinstitut für Risikobewertung eine reproduzierbare unerwünschte Reaktion auf ein Nahrungsmittel oder einzelne Bestandteile, ohne dass ein spezifischer immunologischer Mechanismus zugrunde liegt, etwa bei Laktoseintoleranz oder Fruktosemalabsorption. Davon abzugrenzen ist die Nahrungsmittelallergie, bei der das Immunsystem aktiv beteiligt ist, meist über Antikörper gegen Nahrungsmittelproteine.

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Laktoseintoleranz

Laktoseintoleranz ist die Unverträglichkeit von Milchzucker infolge einer verminderten oder fehlenden Aktivität des Verdauungsenzyms Laktase im Dünndarm. Die häufigste Form ist genetisch bedingt, daneben gibt es einen durch Darmerkrankungen erworbenen sekundären Laktasemangel. Für Europa nennt eine Quelle des IQWiG eine Bandbreite von etwa 5 bis 15 Prozent Betroffenen, am seltensten in Nordeuropa.

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Fruktosemalabsorption

Fruktosemalabsorption bezeichnet eine gestörte Aufnahme von Fruchtzucker im Dünndarm, weil das Transportprotein GLUT-5 nicht ausreichend gebildet wird. Unresorbierte Fruktose gelangt in den Dickdarm und wird dort bakteriell abgebaut, was Bauchschmerzen, Blähungen und Durchfall auslösen kann. Sie ist klar abzugrenzen von der deutlich selteneren, genetisch bedingten hereditären Fruktoseintoleranz.

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Zöliakie

Zöliakie ist laut Deutscher Zöliakie-Gesellschaft eine chronische Autoimmunerkrankung mit lebenslanger Reaktion gegen das Klebereiweiß Gluten, genauer gegen die Unterfraktion Gliadin. Sie ist weder eine Allergie noch eine Unverträglichkeit. Aktuelle Schätzungen gehen von etwa 1 Prozent der Bevölkerung aus, was rund 900.000 Betroffenen in Deutschland entspricht.

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Diabetes mellitus Typ 2

Diabetes mellitus Typ 2 ist eine chronische Stoffwechselerkrankung mit erhöhtem Blutzucker infolge von Insulinresistenz und relativem Insulinmangel. Er macht laut diabetesDE rund 95 Prozent aller Diabetesfälle in Deutschland aus. Aktuell leben in Deutschland rund 11 Millionen Menschen mit Diabetes, davon mindestens 9,1 Millionen mit diagnostiziertem Typ 2, bei jährlich rund 450.000 Neuerkrankungen.

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German-Nutrition Care Process (G-NCP)

Der German-Nutrition Care Process ist das Prozessmodell, nach dem Diätassistentinnen und Diätassistenten eine Ernährungstherapie planen, durchführen und dokumentieren. Der Verband der Diätassistenten hat ihn aus dem US-amerikanischen Nutrition Care Process von 2003 entwickelt, 2015 erstmals veröffentlicht und 2025 überarbeitet.

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Bundeslebensmittelschlüssel (BLS)

Der Bundeslebensmittelschlüssel ist die nationale Nährstoffdatenbank Deutschlands, geführt vom Max Rubner-Institut. Seit dem 15. Dezember 2025 steht er in Version 4.0 mit 7.140 Lebensmitteln und 138 Nährstoffen kostenfrei zur Verfügung.

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Ernährungsanamnese

Die Ernährungsanamnese ist die strukturierte Befragung zu Beginn einer Ernährungsberatung oder Ernährungstherapie. Die Fachkraft erfasst Diagnosen, Medikamente, Laborwerte, Körpermaße, Essgewohnheiten, Lebenssituation und frühere Versuche, bevor sie Empfehlungen gibt.

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Disease-Management-Programm (DMP)

Ein Disease-Management-Programm ist ein strukturiertes Behandlungsprogramm der gesetzlichen Krankenkassen für chronisch kranke Menschen nach § 137f SGB V. Die Teilnahme ist freiwillig, die Hausarztpraxis koordiniert, und Schulungen der Versicherten sind fester Bestandteil.

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Diabetesberater/in DDG

Diabetesberaterin DDG ist eine Weiterbildung der Deutschen Diabetes Gesellschaft für Gesundheitsfachberufe, die Menschen mit Diabetes schulen und beraten. Sie umfasst 520 Unterrichtseinheiten Theorie und 540 Stunden Praxis unter Anleitung einer Diabetologin oder eines Diabetologen.

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H2-Atemtest

Der H2-Atemtest misst nach dem Trinken einer Zuckerlösung mehrmals den Wasserstoffgehalt der Ausatemluft. Er ist in Deutschland das Standardverfahren, um eine Laktoseintoleranz oder Fruktosemalabsorption festzustellen, und eine Kassenleistung.

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Adipositasschulung für Kinder und Jugendliche

Eine Adipositasschulung ist ein strukturiertes Gruppenprogramm für Kinder und Jugendliche mit starkem Übergewicht und ihre Eltern, mit Modulen zu Ernährung, Bewegung und Verhalten. Die Krankenkasse kann sie nach § 43 Absatz 1 Nummer 2 SGB V als Patientenschulung bezahlen.

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Kölner Liste

Die Kölner Liste ist ein Verzeichnis von Nahrungsergänzungsmitteln und Sportlernahrung, die auf Dopingsubstanzen untersucht wurden. Sie senkt das Risiko eines unbeabsichtigten positiven Dopingtests, garantiert aber nach eigener Angabe keine vollständige Sicherheit.

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Fernunterrichtsschutzgesetz (FernUSG)

Das Fernunterrichtsschutzgesetz schützt Teilnehmende an Fernlehrgängen. Fernunterricht ist nach § 1 die entgeltliche Vermittlung von Kenntnissen und Fähigkeiten, bei der Lehrende und Lernende überwiegend räumlich getrennt sind und der Lernerfolg überwacht wird. Solche Lehrgänge brauchen nach § 12 eine Zulassung der Staatlichen Zentralstelle für Fernunterricht (ZFU).

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Schweigepflicht (§ 203 StGB)

Die strafrechtliche Schweigepflicht nach § 203 StGB verbietet bestimmten Berufen, fremde Geheimnisse unbefugt zu offenbaren. Im Gesundheitswesen erfasst sie Ärzte, Apotheker und Angehörige anderer Heilberufe, deren Berufsausübung oder Berufsbezeichnung eine staatlich geregelte Ausbildung erfordert, etwa Diätassistentinnen und Diätassistenten.

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Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit

Der Entgeltatlas ist ein Angebot der Bundesagentur für Arbeit, das Bruttomonatsentgelte je Beruf ausweist. Grundlage sind die Meldungen zur Sozialversicherung von sozialversicherungspflichtig Vollzeitbeschäftigten ohne Auszubildende, jeweils zum Stichtag 31. Dezember, aktuell für 2025.

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Beihilfe

Die Beihilfe ist die Krankheitskostenhilfe des Dienstherrn für Beamtinnen, Beamte, Richter, Soldaten und Versorgungsempfänger. Sie erstattet keinen vollen Betrag, sondern einen Bemessungssatz der beihilfefähigen Aufwendungen, beim Bund nach § 46 Absatz 2 BBhV 50 Prozent für die beihilfeberechtigte Person, 70 Prozent für Versorgungsempfänger und berücksichtigungsfähige Ehegatten und 80 Prozent für Kinder.

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Außergewöhnliche Belastung

Eine außergewöhnliche Belastung nach § 33 des Einkommensteuergesetzes ist eine zwangsläufige Ausgabe, die höher ausfällt als bei der überwiegenden Mehrzahl vergleichbarer Steuerpflichtiger. Krankheitskosten zählen dazu. Abziehbar ist nur der Teil, der die zumutbare Belastung von 1 bis 7 Prozent des Gesamtbetrags der Einkünfte übersteigt.

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Betriebliche Gesundheitsförderung

Betriebliche Gesundheitsförderung nach § 20b SGB V sind Leistungen der Krankenkassen, die gesundheitsförderliche Strukturen im Betrieb aufbauen und stärken. Anders als ein Präventionskurs nach § 20 SGB V braucht sie keine Zertifizierung, dafür einen strukturierten innerbetrieblichen Prozess mit Bedarfsanalyse.

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